Tachchen Ihr da,
wäre die Dauer und die Pausen des Störfaktors zeitlich strukturierter oder wenigstens kontinuierlicher, ja dann wäre das Leben momentan so viel einfacher. Man könnte sich daran gewöhnen. Aber die Menschen die den Störfaktor produzieren, haben von Rhythmus noch nie etwas gehört. Sie schlagen einfach drauf los, benutzen Ihre Instrumente nach gut dünken und sprechen sich nicht ab, sie machen sich auch keine Gedanken über den Rest der Welt, über den Rest der Menschen in diesem Haus.
Zugegeben, ich finde es wirklich toll das der neuer Besitzer das Haus von Grund auf saniert und renoviert. Wirklich, wurde auch langsam Zeit. Das ist ja auch alles nicht weiter schlimm. Aber der neue Besitzer hat das Haus nebenan auch gekauft und gibt sich dort die gleiche Mühe wie hier. Nur, es war vorher eine Polizeiwache und seit ein paar Tagen fangen die Arbeiter an, die Wände einzureißen. Die sind da überhaupt nicht pingelig, die schmeißen die Steine aus dem zweiten Stock in einen Metallcontainer (Ok, wohin auch sonst). Aber könnt Ihr euch vorstellen was das für ein Lärm ist? Die Hämmern und werfen und hämmern und werfen. Es ist sowas von Laut. Meistens kommt dann noch das Geräusch der dicken Hilti hinzu oder ein Hämmern hier aus unserem Haus oder auch mehrere Hämmer in unserem und im Nebenhaus. Manchmal kommt auch der neue Hausmeister mit einer Kettensäge und vernichtet ganze Sträucher und Bäume im Hinterhof. Ein wahres Konzert der Werkzeuge. Klingt ein bisschen wie Scooter. Ok, es klingt besser als Scooter und Konsorten.
Im ernst, man könnte wahnsinnig werden. Mein Hirn versucht sich ständig auf die Schwingungen und Frequenzen einzustellen, aber es klappt nicht. Keine Struktur, keine Kontinuität. Mein Hirn vibriert, meine Ohren schmerzen und an arbeiten ist überhaupt nicht zu denken. Das schlimme ist, die fangen morgens um 7:30 Uhr an. 7:30 Uhr, das müsst ihr euch mal vorstellen. Eine sehr unchristliche Zeit.
Schlaf adieu. Und dabei hatte ich einen so tollen Traum! Ich träumte, dass ich auf… ähm… Okay, das lassen wir jetzt mal beiseite.
Heute morgen war neben dem üblichen Lärm der Handwerker, Bauarbeiter, Gärtner, Nachbarin von oben drüber (Klick/Klack) auch noch ein weiteres neues Geräusch vorhanden. Die Katzen. Normalerweise sind die beiden Viecher morgens ziemlich freundlich. Aber nicht heute morgen. Nein. Gizmo hat sich in den Kopf gesetzt, Fiepchen mal schön zu jagen. Man könnte meinen, bei uns im Schlafzimmer findet ein Pferderennen statt. *grmml*
Tine schaute mich nur an und ich fragte: Kaffee?
Sie nickte. Kaffee. Momentan unser bester Freund.
Deswegen widme ich diesen Post dem Erfinder des Kaffees. Möge er für immer in unseren Köpfen und Mägen bleiben und unsere Müdigkeit noch Jahrhundete vertreiben!
Bis dann,
michele