hypnotized.de » Küche, Diele, Arbeitszimmer und der Kaffee

Küche, Diele, Arbeitszimmer und der Kaffee

Geschrieben von admin on November 17th, 2007 plaziert in Blog

Tach auch,

jeden Morgen derselbe nervenzerreißende Akt des Kaffee holens. Es ist immer derselbe Vorgang; ich stehe zerknautscht auf, schlurfe in die Küche- das heißt, ich versuche es, aber immer, wirklich immer stolpere ich fast über Gizmo. Gizmo ist ganz erfreut darüber, dass ich endlich aufgestanden bin. Seine stetige Hoffnung auf eine oder mehrere Streicheleinheiten beim Futtern ist unermüdlich. Wenn ich mich dann wieder gefangen habe, stelle ich in der Küche die Kaffeemachine an und mache mich auf den Weg ins Badezimmer. Leider - wie immer - ist Gizmo hartnäckig, er will gestreichelt werden und trappt langsam, gemütlich und herzzerreißend miauend vor meinen Füßen hin und her. Entweder legt er es darauf an, dass ich stolpere oder er will mir den Weg versperren. Aber nach ein paar liebevollen Worten macht er sich dünn und ich kann ins Badezimmer. Zähne putzen, Tabletten schlucken, den Kerl gegenüber im Spiegel rauswerfen und dann wieder zurück in die Küche. Der Kaffee sollte mittlerweile fertig sein. Er ist fertig! Schnell zwei Tassen schnappen und mit der leckeren aufmunternden Flüssigkeit füllen. Das klappt nicht immer… häufig sind gar keine Tassen da. Dann erinnere ich mich gesichtsverzerrt daran, dass ich gestern vergessen habe die Spülmachine einzuschalten bzw. auszuräumen. Sowas ist wirklich nervig. Vielleicht denkt Ihr euch jetzt: Was ist dabei mal eben zwei Tassen zu spülen? Aber hey… ich bin doch gerade erst aufgestanden. Meine ganzen Bewegungen sind vordefiniert und geschehen ohne wirkliches Bewußtsein. Ich bin quasi im Passivmodus. Wie soll ich da Tassen spülen? Geht doch gar nicht. Naja… meistens muß ich dann doch auf meinen Aktivmodus umschalten und Tassen spülen oder aus der Machine holen. Das Problem an der Sache ist, der Aktivmodus ist noch gar nicht einsatzbereit, aber ich versuche es trotzdem. Mache zwei Tassen fertig und schmeiße zwei Stück Zucker in eine der Tassen und kippe dann Milch in beide. Leider passiert meistens dort das nächste Malheur. Die Milch geht daneben - irgendwie mag ich diese Kontinuität. Es geht doch nichts über frisch verschüttete Milch. Der Kaffee folgt als nächstes, den bekomme ich eigentlich immer ganz gut in die Tassen, aber leider ist meine Hand-Augen-Koordination noch nicht justiert, denn wenn meine Augen mitbekommen, dass die Tasse nun richtig gefüllt ist, braucht es immer eine Zeit bis es meine Hand auch mitbekommt. Daher sind die Tassen immer zu voll. Aber davon lass ich mich nicht abschrecken. Mutig nehme ich beide Tassen und mach mich auf den Weg in das ca. 11m entfernte Arbeitszimmer. Wenn ich auf dem Weg bin, dann kommt er mir häufig wie ein Hindernisparcours vor. Mein imaginärer Beifahrer schreit dann immer: “Vorsichtig, Stiefel auf 11 Uhr”, “Katze auf 12 und 13 Uhr. Nein, doch nicht, jetzt auf 11 und 14 Uhr”, “Jetzt scharf links, dann direkt rechts”, “Ouch”.
Der Weg ist gesäumt von Kaffeeflecken und die Tassen kommen nur halbvoll an. Manchmal schaffe ich es auch, den Kaffee unverschlabbert ins Arbeitszimmer zu transferieren, aber dann verschütte ich ihn, während ich ihn abstellen möchte. Platsch, Schreibtisch versaut.
Ich hab auch mal versucht, die Kaffeewerbung nachzumachen, in der der schlafende Partner mit dem frischen Duft des Kaffees geweckt wird. Hab das mit Tine getestet. Klappt nicht. Bei mir jedenfalls nicht. Ich bin also so vorsichtig wie möglich zum Bett gegangen und wollte Tine mit dem herrlich frischen Kaffeeduft wecken. Gizmo hat mittlerweile die Hoffnung auf die Streicheleinheiten aufgegeben und es sich auf dem Bett gemütlich gemacht. Als ich in Schlafzimmer kam, schaute er mich an, ich schaute zurück und sagte: “Hallo Gizmo, was liegst du denn da auf dem Bett?”. Während ich so mit Gizmo redete, muss ich wohl Fiepchen, Gizmo’s Freundin, vergessen haben, denn als ich wieder nach vorne schaute, sah ich nur noch was dunkles haariges vor meinen Füßen zappeln. “Fiepchen!!!! Wo kommst Du denn… ahhhhhhhh”, Platsch! Das kann schnell in Verbrennungen 3. Grades enden. Wollen wir doch nicht, oder?

Aber nach der ersten -halben- Tasse Kaffee geht es dann, der Aktivmodus ist bereit und ich kann entspannter, aber nicht verschüttungsfreier durch die Wohnung hopsen. Manchmal… möchte ich gar nicht erst aufstehen :)

So… ich hol mir jetzt noch eine Tasse Kaffee. ;)

Bis später :)

Michele

PS: Für alle Morgenmuffel:

I Feel Fantastic von Jonathan Coulton